Die einzelnen Bürgerinnen und Bürger als
Massstab für mein politisches Handeln
Der Satz, dass der Mensch das Mass aller Dinge sei,
wird auf den griechischen Philosophen Protagoras im 5. Jahrhundert vor
Christus zurückgeführt. Wenn ich den scheinbar selbstverständlichen
Satz auf die Politik übertrage und sinngemäss als Motto für
meine Arbeit wähle, so hat das vor allem drei Gründe:
- Meine Politik ist eine lösungsorientierte Sachpolitik.
Mein Ziel sind Resultate, sind gute Produkte, die unserer Bevölkerung
zugute kommen. Es geht nicht um mich und meine Publizität, sondern
um sachliche Lösungen. Beim Stichwort «Sachpolitik»
denkt man an «Finanzpolitik», an «Wirtschaftspolitik»,
an «Sicherheitspolitik» usw. Doch nur vordergründig
geht es dabei um Finanzen, um Wirtschaft, um Sicherheit. Letztlich
geht es auch in der Sachpolitik immer um Menschen, die die Auswirkungen
dieser Politik spüren.
- Bewusst spreche ich sodann vom
einzelnen Menschen, von der einzelnen Bürgerin und vom
einzelnen Bürger. Wir leben in einer Zeit, die an sich Individualität
in einem bisher nie gekannten Ausmass zulässt. Doch statt eines
positiven Gefühls individueller Entfaltungsmöglichkeit innerhalb
der Gemeinschaft trifft man vielerorts eher auf das Gefühl der
Vereinsamung in der Masse. Deshalb möchte ich
den Sinn nicht nur für den Menschen, sondern eben für den
einzelnen Menschen als Mittelpunkt der Politik schärfen. Für
den einzelnen, der sich wohl fühlen soll in der Familie,
im Freundeskreis, an seinem Wohnort in seiner Gemeinde und natürlich
in unserem Kanton.
- Damit ist eine Politik gefordert,
die günstige Rahmenbedingungen schafft. Rahmenbedingungen,
damit sich der Einzelne sicher fühlen, damit sich der Einzelne
entfalten, damit sich der Einzelne wohl fühlen kann. Das sind die
Gründe, weshalb ich mich für einen Kanton Zürich als
attraktiven Wirtschaftsstandort einsetze; das sind die Gründe,
weshalb ich mich für einen sicheren Kanton Zürich einsetze.
Für einen Staat, der das Gewaltmonopol in der Hand hat und auch
wirklich ausübt. Für einen Staat, der soziale und öffentliche
Sicherheit garantiert, für einen Staat, der mit einer nachhaltigen
Politik auch Lebensgrundlagen für die nächsten Generationen
schafft.
Immer geht es um Leistungen, die nur der Staat erbringen kann und
soll. Leistungen, die eben der Allgemeinheit dienen. Doch vergessen
wir auch hier nicht den einzelnen Menschen. Den einzelnen
Menschen, der nicht nur staatliche Leistungen bezieht, sondern sie
letztlich auch ermöglicht und finanziert. Zu oft sind
politische Diskussionen unergiebig, weil sich der Fokus auf eine Seite
konzentriert. Weil über die Leistungsseite gesprochen wird, ohne
gleichzeitig an die Finanzierung zu denken, oder umgekehrt. Wenn ich
mir überlege, was politische Entscheide für den einzelnen
Menschen bedeuten, so ist damit die Frage nach dem «wieviel
Staat?» im konkreten Fall noch nicht beantwortet. An einer Interessenabwägung
kommen wir nicht vorbei. Aber der Massstab für die Interessenabwägung,
für die Antwort auf die Frage «wieviel Staat?» ist
eben die einzelne Bürgerin, ist der einzelne Bürger. Denn
das macht ja genau das Besondere des Verhältnisses zwischen Bürger
und Staat aus, dass man ihm unterworfen
ist, dass man seine Leistungen in Anspruch nimmt,
dass man seine Geschicke mitbestimmt und dass man
letztlich sein Handeln finanziert.
Das verlangt Verantwortungsbewusstsein und politische Reife
vom Einzelnen. Es verlangt Eigenverantwortung, die den Ansprüchen
an den Staat Grenzen setzt. Aber gleichzeitig verlangt es Gemeinsinn
im Sinne der Bereitschaft, sich persönlich und finanziell auch
für Aufgaben einzusetzen, von denen man selbst vielleicht nicht
direkt profitiert. Wir strapazieren den Gemeinsinn (und die Bereitschaft
sich zugunsten der Gemeinschaft zu engagieren), wenn die Eigenverantwortung
fehlt und die Leistungsansprüche ins Uferlose gehen. Aber ebenso
lassen wir es an Gemeinsinn mangeln, wenn wir alles der Eigenverantwortung
zuschieben. Es braucht eben beides, Eigenverantwortung und
Gemeinsinn und es braucht sie vor allem bei den gleichen
Personen: bei jedem Einzelnen, bei jeder Einzelnen. Nur so kann der
Staat funktionieren, mit Bürgerinnen und Bürgern, die über
Eigenverantwortung und Gemeinsinn verfügen.
Und genau in diesem Sinne nehme ich Sie, die einzelnen Bürgerinnen
und Bürger als Massstab für mein politisches Handeln.
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